Verbandschef Haasis: Sparkassen sind Verlierer der Regulierung

02.02.2012 19:26

Berlin (dpa) - Für den scheidenden Präsidenten des Deutschen
Sparkassen- und Giroverbands, Heinrich Haasis, sind die Sparkassen
Verlierer der Finanzmarktregulierung. «Es ist wie so oft: Die, die
man packen kann, die werden auch als erste gegriffen», sagte Haasis
dem «Handelsblatt» (Freitag). So kann er demnach nicht
nachvollziehen, warum ausgerechnet das risikoarme
Mittelstandsgeschäft mit höheren Eigenkapitalanforderungen belegt
werden soll, aber Hedge-Fonds nach wie vor unreguliert seien. Die
Finanzmarkregulierung könne sich nicht darin erschöpfen, das reale
Bankgeschäft immer stärker zu belasten.

Mit Blick auf die weitere Regulierung des Finanzmarktes ist Haasis
pessimistisch gestimmt: Die USA und Großbritannien hätten sich von
den 2009 vereinbarten Zielen der internationalen Gemeinschaft
verabschiedet, dass kein Produkt unreguliert bleiben und keine Bank
mehr einen Staat erpressen können dürfe. «Man sieht jetzt offenbar
eher den jeweils eigenen Finanzplatz in Gefahr», sagte Haasis.

Allen Beteuerungen zum Trotz geht der Sparkassenpräsident
dem Bericht zufolge auch nicht davon aus, dass die USA die härteren
Eigenkapitalanforderungen nach Basel III einführen werden. Das sollte
dann auch Konsequenzen in Europa haben: «Es wäre unverständlich,
warum dann in Europa die Regierungen uns in dieses Korsett zwingen
wollen», sagte Haasis. Er hoffe, dass die neuen Eigenkapitalregeln
tatsächlich erst 2018 gelten werden. Derzeit erfüllten mehr als die
Hälfte der 423 Sparkassen diese Anforderungen.

Haasis, der seit 2006 DSGV-Präsident ist, übergibt dieses Amt zum
im Mai an den früheren bayerischen Finanzminister Georg Fahrenschon.

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