EU: Russland liefert weniger Gas nach Europa
03.02.2012 14:10
Brüssel (dpa) - Wegen der Kältewelle im eigenen Land liefert
Russland nach Angaben der EU weniger Gas in die Europäische Union.
Betroffen seien bislang acht Länder, sagte die Sprecherin von
EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Freitag in Brüssel. Dazu
zählten Italien, Griechenland, Österreich, Polen, Slowakei, Ungarn,
Bulgarien und Rumänien. Besonders stark sei die Liefermenge in
Österreich gesunken, wo 30 Prozent weniger Gas angekommen sei als
gewöhnlich.
Verbraucher und Industrie müssten aber keine Engpässe fürchten.
«Wir befinden uns nicht in einer Notfallsituation», sagte die
Sprecherin. «Die Erdgaslager in der EU sind voll.» Jeder
Mitgliedstaat habe Vorräte für einen Monat, zudem könnten sich Länd
er
bei anderen Staaten Gas zukaufen.
Dabei betonte die Sprecherin, dass es die Lieferverträge Russland
durchaus erlaubten, die Lieferungen nach Europa zu drosseln, wenn das
Land mehr Gas für den Eigenbedarf benötige. «Die Verträge geben
Russland diese Flexibilität. In Moskau war es in den vergangenen
Tagen minus 20 Grad kalt.» Die EU stehe im Kontakt mit den russischen
Behörden und habe auch Experten hinzugezogen. Von der Ukraine wünsche
man sich, «dass die Ukraine zu allen Zusagen steht».
Zwischen Russland und der Ukraine gibt es immer wieder Streit um
Gaslieferungen und -preise. Zuletzt hatte ein «Gaskrieg» 2009 zu
wochenlangen Lieferengpässen auch in der EU geführt. Danach hatten
die EU-Staaten ihre Lager ausgebaut und nach Alternativen gesucht.
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