Drastische Gehaltskürzungen für spanische Bankenchefs
03.02.2012 16:00
Madrid (dpa) - Die spanische Regierung von Premier Mariano Rajoy
hat drastische Gehaltskürzungen für Manager staatlich gestützter
Banken und Sparkassen beschlossen. Sie sollten Vorbild für eine
Gesellschaft werden, die «viele Opfer bringen muss», erklärte
Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Freitag auf einer
Pressekonferenz. Die Vorstandsmitglieder der Geldinstitute, die Hilfe
aus dem staatlichen Rettungsfonds FROB erhalten haben, dürfen nicht
mehr als 600 000 Euro im Jahr verdienen. Die Gehaltskürzungen
entsprechen einem Einkommensverlust von durchschnittlich 66 Prozent.
Die Gehaltskürzungen sind Teil einer Finanzreform zur Sanierung
der kriselnden spanischen Banken, die am Freitag vom Kabinett
verabschiedet wurde. Danach sollen die spanischen Geldinstitute ihre
Bilanzen bis Ende Dezember um faule Immobilienkredite bereinigen. Die
Reform sieht außerdem vor, dass die Banken künftig bei der Gewährung
von Krediten für Immobiliengeschäfte oder Bauvorhaben erheblich
strengere Maßstäbe anlegen müssen. Die Darlehen müssten mit deutlic
h
höheren Beträgen abgesichert werden. Die Immobilienkredite sind das
große Problem der spanischen Banken. Die Geldinstitute hatten während
des Baubooms großzügig Darlehen gewährt. Nach dem Beginn der Krise
und dem Platzen der «Immobilienblase» können viele Spanier die
Kredite nicht mehr zurückzahlen. Nach Schätzungen gelten Darlehen im
Gesamtwert von 175 Milliarden Euro als problematisch.
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