Griechenlands hohe Militärausgaben reflektieren Angst vor der Türkei

18.06.2015 05:00

Athen (dpa) - Hinter den hohen Militärausgaben Griechenlands steckt
ein geopolitisches Problem, das seit Jahrzehnten in der Region für
Verunsicherung sorgt: der Streit zwischen Griechenland und der Türkei
um Hoheitsrechte in der Ägäis und der damit verbundene
Zypernkonflikt. Das Wettrüsten mit der siebenmal so großen
Regionalmacht Türkei ist einer der Gründe, die Griechenland in den
finanziellen Ruin getrieben haben.

Die beiden Nato-Staaten Griechenland und die Türkei standen in den
vergangenen Jahrzehnten mehrmals einen Schritt vor einem Krieg.
Zuletzt ging es 1996 um zwei Felseninseln der Inselgruppe der
Dodekanes. Die Flotten der beiden Staaten standen sich damals
gegenüber. Ein Krieg konnte nur nach einer diplomatischen
Intervention der USA - die EU hielt sich damals zurück- regelrecht in
letzter Minute abgewendet werden.

Ankara und Athen bemühen sich um Entspannung. Es wurden in den
vergangenen Jahren verschiedene vertrauensbildende Maßnahmen
vereinbart. Beide Seiten halten beispielsweise im Sommer keine
Manöver in der Ägäis ab. Allerdings kommt es immer wieder im Luftraum

über der Ägäis zu Scheinkämpfen zwischen türkischen und griechisc
hen
Kampfbombern.

Die EU hat die Türkei wiederholt aufgefordert, ihre Beziehungen zu
ihren Nachbarn friedlich zu gestalten.



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