Griechenland legt Liste mit konkreten Sparvorschlägen vor

10.07.2015 02:11

Brüssel (dpa) - Die Athener Regierung hat am Donnerstagabend ihre
Spar- und Reformvorschläge bei ihren Gläubigern eingereicht. Die
Vertreter der Geldgeber, EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB)
und Internationaler Währungsfonds (IWF), erwarten konkrete Zusagen
als Voraussetzung für weitere Finanzhilfen.

Nach einer Reformliste, die der dpa vorliegt, will die griechische
Regierung nun unter anderem die ermäßigten Mehrwertsteuersätze für

Inseln abschaffen. Auch beim Thema Renten schraubte Athen frühere
Forderungen herunter. So will die Regierung unter dem linken
Ministerpräsidenten Alexis Tsipras das gesetzliche Rentenalter
grundsätzlich früher als ursprünglich angeboten auf 67 Jahre anheben.

Auch die Militärausgaben sollen sinken, allerdings nicht so stark wie
zuletzt von den Gläubigern verlangt.

In vielen Punkten entspricht das Athener Schreiben genau dem letzten
Kompromissangebot der Gläubiger von Ende Juni. Doch dieses Angebot
ist mit dem Abbruch der Verhandlungen vor dem griechischen Referendum
am vergangenen Wochenende ausgelaufen. Brüsseler Diplomaten betonen
mittlerweile, inzwischen seien zusätzliche Anstrengungen nötig
geworden. Denn die Lage des Krisenlandes habe sich wegen
geschlossener Banken und Kapitalverkehrskontrollen dramatisch
verschlechtert, berichteten Diplomaten am Donnerstag in Brüssel.

Zudem packt die Regierung allerdings erneut ein heißes Eisen an. Nach
einem Begleitschreiben will Athen auch eine Regelung zum Umgang mit
seinen Schulden. Schuldenschnitte lehnt unter anderem die
Bundesregierung bisher jedoch strikt ab. Zudem hofft die Regierung in
Athen auf ein Wachstumspaket von 35 Milliarden Euro.

Bereits am Mittwoch hatte Athen beim europäischen Rettungsfonds ESM
ein drittes Hilfspaket mit drei Jahren Laufzeit beantragt. Dabei
hofft die Regierung nach griechischen Medienberichten auf wenigstens
53,3 Milliarden Euro.



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