Eurokurs steigt über 1,18 US-Dollar

07.06.2018 16:55

Frankfurt/Main (dpa) - Der Kurs des Euro ist am Donnerstag trotz
enttäuschender Konjunkturdaten aus Deutschland über 1,18 US-Dollar
gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag
mit 1,1820 Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro noch
merklich unter 1,18 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB)
hat den Referenzkurs auf 1,1836 (Mittwoch: 1,1765) Dollar
festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8449 (0,8500) Euro.

Nach wie vor stützt die Erwartung, dass die EZB auf ihrer nächsten
Sitzung am kommenden Donnerstag Hinweise auf ein Ende der
Anleihekäufe zum Jahresende geben könnte. «Nach den Andeutungen von
EZB-Chefvolkswirt Peter Praet vom Mittwoch geht mittlerweile wohl
fast jeder Marktteilnehmer davon aus, dass die EZB nächste Woche den
Ausstieg aus ihrem Wertpapier-Kaufprogramm ankündigen wird», heißt es

in einem Kommentar der Commerzbank. Ein absehbares Ende der sehr
lockeren Geldpolitik würde den Euro stützen.

In diesem Umfeld wurde der Euro nicht durch schwache Industriedaten
aus Deutschland belastet. Die Auftragseingänge sind im April den
vierten Monat in Folge gefallen, während Volkswirte mit einer
Erholung gerechnet hatten. «An enttäuschende Konjunkturnachrichten
haben sich die Investoren in der Eurozone zuletzt gewöhnt», erklärten

die Experten von HSBC Deutschland die ausbleibenden Kursreaktionen.

Deutlich aufgewertet hat die türkische Lira. Die Währung profitierte
von einer erneuten Leitzinserhöhung durch die türkische Notenbank.
Die Anhebung folgt auf eine Not-Zinserhöhung von Ende Mai, als die
türkische Lira stark unter Druck stand.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für
einen Euro auf 0,88123 (0,87683) britische Pfund, 130,26 (129,57)
japanische Yen und 1,1613 (1,1629) Schweizer Franken fest. Der Preis
für die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1297,25
(1300,10) Dollar festgelegt.



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