Umweltschützer enttäuscht über Kompromiss zum Emissionshandel

09.11.2017 10:21

Brüssel (dpa) - Die Reform des europäischen Emissionshandels trifft
bei Umweltschützern auf Kritik. Der Kompromiss werde in den nächsten
Jahren kaum zur Minderung von Treibhausgasen beitragen, erklärte das
Climate Action Network am Donnerstag in Brüssel. «Der Emissionshandel
wird damit weiter die Rolle spielen, die er bisher hatte - und nahezu
bedeutungslos bleiben.» Der Umweltverband WWF wertete den Kompromiss
als Schande.

Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments hatten sich in
der Nacht zu Donnerstag auf die Reform des 2005 gestarteten Handels
mit Verschmutzungsrechten verständigt. Damit werden die Klimaziele
für Fabriken und Kraftwerke nachgeschärft: Die Menge, die sie an
Treibhausgasen in die Luft blasen dürfen, soll zwischen 2021 und 2030
jährlich um 2,2 Prozent sinken und damit stärker als bisher.
Zusätzlich werden Verschmutzungsrechte vom Markt genommen, um das
Angebot zu verknappen.

Die Umweltverbände halten die Kürzungen bei den Zertifikaten für zu
gering. Außerdem bemängeln sie, dass große Mengen der
Verschmutzungsrechte nicht verkauft, sondern an die Unternehmen
verteilt werden. «Energieintensive Branchen werden bis 2030 rund 6,5
Milliarden Verschmutzungsrechte gratis bekommen», moniert der WWF.
«Damit verzichten die EU-Staaten auf mehr als 160 Milliarden Euro an
Auktionserlösen für Emissionsrechte. Der WWF fordert ein Ende dieser
Verschmutzungs-Subventionen.»



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