Streit um Glyphosat: Hendricks wirft Schmidt «Foulspiel» vor

09.11.2017 15:47

Berlin (dpa) - Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat
Landwirtschaftminister Christian Schmidt (CSU) im Streit um die
Zukunft des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat ein «Foulspiel»
vorgeworfen. Ein Brief Schmidts an die EU-Kommission sei weder mit
dem Bundesumweltministerium noch mit dem Bundeskanzleramt abgestimmt
worden, sagte Hendricks am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen
Presse-Agentur. «Einfach zu behaupten, dass die Bundesregierung für
eine Verlängerung der Zulassung um weitere drei Jahre wäre, ist ein
Foulspiel.» Hendricks sagte, sie bleibe bei ihrem Nein zu Glyphosat.
«Die Kommission hat bis heute keinerlei Vorkehrungen gegen die
katastrophalen Auswirkungen auf die Artenvielfalt vorgesehen.»

Zuvor hatte bereits Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth Schmidt
ein nicht abgestimmtes Vorgehen vorgeworfen. Auf dem
Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte Flasbarth einen Brief
Schmidts an den für EU-Lebensmittelsicherheit zuständigen
EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis. In dem Brief schreibt Schmidt,
Deutschland könne einer Genehmigungsverlängerung von Glyphosat für
drei Jahre zustimmen.

Zur Glyphosat-Zukunft gab es am Donnerstag im zuständigen
Expertengremium der EU-Länder nach Angaben aus EU-Kreisen nicht die
nötige Mehrheit für eine Verlängerung der Lizenz um fünf Jahre.
Glyphosat ist in Europa bis Mitte Dezember zugelassen. Deutschland
enthielt sich abermals.



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