Draghi: Noch nicht die Zeit für Ende der ultralockeren Geldpolitik

17.11.2017 09:54

Frankfurt/Main (dpa) - EZB-Präsident Mario Draghi dämpft die Hoffnung
auf ein rasches Ende der ultralockeren Geldpolitik im Euroraum. «Wir
sind noch nicht an dem Punkt, an dem die Erholung der Inflation sich
selbst trägt ohne unsere unterstützende Geldpolitik», sagte Draghi am

Freitag laut Redetext bei einem Bankenkongress in Frankfurt.

Zwar hätten die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB)
«zunehmend Vertrauen, dass die Erholung robust» und die Wirtschaft
widerstandsfähiger gegen neue Schocks sei, sagte Draghi. Auch die
Inflation im Euroraum entferne sich allmählich von dem sehr niedrigen
Niveau der vergangenen Jahre.

Ein nachhaltiger Anstieg der Teuerung sei aber noch nicht erreicht.
Die EZB strebt für den Währungsraum mittelfristig eine Teuerungsrate
von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der
Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten
Verbraucher und Unternehmen dazu verleiten, Investitionen
aufzuschieben. Das könnte die Konjunktur bremsen. Darum versucht die
Notenbank seit Jahren, mit viel billigem Geld gegenzusteuern.

Im Oktober hatten die Währungshüter den ersten vorsichtigen Schritt
zum Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik
beschlossen: Die EZB verlängert zwar ihre vor allem in Deutschland
umstrittenen Wertpapierkäufe bis Ende September 2018, halbiert aber
das Volumen ab Januar auf monatlich 30 Milliarden Euro. Der Leitzins
im Euroraum bleibt mindestens bis zum Ende des gewaltigen
Kaufprogramms auf dem Rekordtief von null Prozent.



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