Polen sieht sich im Streit um Abholzung in Urwaldgebiet im Recht

21.11.2017 15:51

Warschau (dpa) - Polens Regierung sieht sich im Streit mit der
EU-Kommission um den Holzeinschlag im Urwaldgebiet Bialowieza weiter
im Recht. Die Maßnahmen in Bialowieza würden EU-Vorschriften
entsprechen, sagte der polnische Umweltminister Jan Szyszko am
Dienstag zu Vorwürfe Brüssels, die Abholzung sei illegal. «Unser Ziel

ist allein das Wohl der Natur und die Sicherheit der Menschen», sagte
er.

Die nationalkonservative Regierung hatte den Holzeinschlag im
Schutzgebiet 2016 erlaubt und dies mit dem Kampf gegen den
Borkenkäfer begründet. Die EU-Kommission sieht indes einen Verstoß
gegen EU-Schutzrichtlinien und verklagte Polen vor dem Europäischen
Gerichtshof, weil es sich nicht an eine Aufforderung zum Stopp des
Abholzens hielt.

Das Gericht in Luxemburg hatte am Montag eine Anordnung Brüssels
bestätigt und Polen angewiesen, das Abholzen des geschützten Urwalds
Bialowieza sofort einzustellen. Andernfalls droht dem EU-Land ein
Zwangsgeld von 100 000 Euro pro Tag. Nur Ausnahmen zur Wahrung der
öffentlichen Sicherheit ließen die Richter zu. Genau diese würde
Polen bei der Abholzung einhalten, meinte Szyszko und betonte: «Uns
drohen keine Strafen, weil wir nie gegen EU-Recht verstoßen haben und
es auch in Zukunft nicht vorhaben.»



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