Britische Regierung legt drei Milliarden Pfund für Brexit zurück

22.11.2017 16:40

London (dpa) - Die britische Regierung legt in den kommenden beiden
Jahren drei Milliarden Pfund (rund 3,4 Milliarden Euro) für den
anstehenden EU-Austritt zurück. Damit solle das Land auf «jedes
mögliche Ergebnis» beim Brexit vorbereitet werden, sagte
Finanzminister Philip Hammond am Mittwoch im Parlament in London bei
der Vorstellung der jüngsten Haushaltsplanungen. Knapp 700 Millionen
Pfund seien bereits in Brexit-Vorbereitungen investiert worden.

Beobachter interpretierten die Ankündigung teilweise als
Eingeständnis der Regierung, dass die zäh verlaufenden Verhandlungen
mit Brüssel scheitern könnten. Hammond zufolge befinden sich die
Gespräche in einer «entscheidenden Phase».

Großbritannien wird die EU im März 2019 verlassen. Sollte bis dahin
kein Abkommen über die künftigen Beziehungen zwischen London und
Brüssel vereinbart sein, wird mit erheblichen Folgen für die
Wirtschaft und andere Bereiche gerechnet - beispielsweise würden
Zölle für den Warenverkehr anfallen. Für die notwendigen Kontrollen
an den Häfen müssten erhebliche Kapazitäten geschaffen werden.

Sorgen dürften dem Schatzkanzler zurückgestufte Erwartungen für das
Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bereiten. Das «Office for Budget
Responsability» stufte seine Wachstumsprognose für 2017 von 2 Prozent
auf 1,5 Prozent herunter, wie Hammond mitteilte. Die Produktivität
bleibe «hartnäckig» niedrig.



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