Lebenserwartung in Deutschland deutlich kürzer als in Spanien

23.11.2017 13:29

Brüssel (dpa) - Die Lebenserwartung in Deutschland liegt deutlich
unter der in Ländern wie Spanien, Italien oder Frankreich. Die
Bundesrepublik kommt damit nur auf Platz 18 der 28 EU-Länder. Dies
geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Länderbericht der
EU-Kommission zur Gesundheit der Menschen in Deutschland hervor.

So kann ein 2015 in Deutschland geborenes Baby statistisch gesehen im
Durchschnitt mit 80,7 Lebensjahren rechnen. In Spanien waren es
jedoch 83, in Italien 82,7 und in Frankreich 82,4 Jahre. Der deutsche
Wert liegt immer noch knapp über dem EU-Durchschnitt von 80,6 Jahren,
weil hinter der Bundesrepublik in der Rangfolge Länder mit noch
deutlich niedrigeren Werten kommen. Am schwächsten schnitten Lettland
mit 74,8 Bulgarien mit 74,7 und Litauen mit 74,6 Lebensjahren ab.

Die häufigsten Todesursachen in Deutschland bleiben
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Erstere sind allerdings seit
dem Jahr 2000 zurückgegangen, während Krebs als Todesursache zunahm,
wie es weiter hieß. Auch Demenzerkrankungen wie Alzheimer sind
inzwischen deutlich häufiger für Todesfälle verantwortlich: Von 6000

im Jahr 2000 wuchs die Zahl auf 35 000 oder vier Prozent aller
Todesfälle 2014.

Übergewicht, Rauchen und Trinken sind nach Darstellung des Berichts
in Deutschland weiter ein Problem. «Bis zu 28 Prozent der
Krankheitslast in Deutschland im Jahr 2015 (...) konnten auf
verhaltensbedingte Risikofaktoren - einschließlich Ernährungsrisiko,
Rauchen, Alkoholkonsum und geringe körperliche Aktivität - und einen
hohen Body-Mass-Index zurückgeführt werden», schreiben die
Wissenschaftler.



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