Empörung wegen Aus für Briten bei Wettbewerb um Kulturhauptstadt

23.11.2017 20:37

London/Brüssel (dpa) - Britische Städte kommen nach dem Brexit nicht
mehr als Europäische Kulturhauptstadt infrage - diese Erkenntnis hat
in Großbritannien für Erstaunen und Empörung gesorgt. «Das ist eine

verrückte Entscheidung der Europäischen Kommission», polterte der
britische Unterstaatssekretär für Kunst, John Glen, am Donnerstag.
Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon teilte mit, sie sei
«absolut bestürzt». Parlamentsabgeordnete sprachen von «perfiden
Absichten» und «bösartigem Gehabe» von Seiten der EU-Kommission. Ei
n
Regierungssprecher teilte mit, der Titel sei bereits in Länder wie
Norwegen, die Türkei und Island gegangen, die ebenfalls keine
EU-Mitglieder seien.

Dundee, Nottingham, Leeds, Milton Keynes und die nordirischen Städte
Belfast, Derry und Strabane hatten sich um den Titel im Jahr 2023
beworben. Die EU-Kommission hatte diese Woche einen Brief an das
Londoner Ministerium für Kultur geschickt, in dem es hieß: «Infolge
des Austritts aus der Europäischen Union wird eine Teilnahme des
Vereinigten Königreichs an den Aktivitäten (...) nicht möglich sein
».
Drittstaaten könnten nicht mitmachen.

Die EU-Kommission machte in dem Brief an London klar, dass Ausnahmen
nur für EU-Beitrittskandidaten und Mitglieder der Europäische
Freihandelsassoziation beziehungsweise des Europäischen
Wirtschaftsraums infrage kommen. Die britische Regierung schließt
einen solchen Status bislang für sich aus.



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