Grüne fordern Aufklärung über deutsches Glyphosat-Votum

28.11.2017 04:45

Berlin (dpa) - Die Grünen fordern Aufklärung über das Zustandekommen

des deutschen Votums für eine weitere Zulassung des Unkrautgifts
Glyphosat in der EU. Die frühere Ressortchefin Renate Künast nannte
es einen «ungeheuren Vorgang», dass Bundesagrarminister Christian
Schmidt (CSU) ungeachtet der üblichen Ressortabstimmung in der
Regierung zugestimmt habe. «Ich möchte wissen, ob das mit Wissen von
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) passiert ist.» Ansonsten müsse sie den
Minister entlassen, sagte Künast der Deutschen Presse-Agentur.

Grünen-Fraktionsgeschäftsführerin Britta Haßelmann richtete eine
schriftliche Frage an die Regierung, um zu klären, wer welche Weisung
an den deutschen Vertreter im zuständigen EU-Gremium erteilt habe.

Schmidt hatte die Zustimmung zur Glyphosat-Zulassung für fünf Jahre
verteidigt, mit der «wichtige Verbesserungen zum Schutze der
Pflanzen- und Tierwelt durchgesetzt» worden seien. Die SPD lehnt eine
Zulassung des Gifts wegen möglicher Krebsrisiken ab und wirft Schmidt
einen «Vertrauensbruch» vor.



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