Mehr Kinder im EU-Ausland erhalten Kindergeld - Aber die Summe sinkt

29.11.2017 19:46

Berlin (dpa) - Deutschland zahlt an immer mehr Beschäftigte aus dem
EU-Ausland Kindergeld, deren Nachwuchs in der Heimat lebt. Das
berichtet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Donnerstag) unter
Berufung auf Daten der Bundesagentur für Arbeit. Demnach stieg die
Zahl dieser Kindergeldempfänger von Januar bis Oktober dieses Jahres
auf knapp 170 000. Das bedeute einen Anstieg um rund zehn Prozent im
Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Seit 2014 hat sich
die Zahl den Angaben zufolge sogar verdoppelt. Allerdings sank die
überwiesene Summe im selben Zeitraum um rund 18 Millionen auf 408
Millionen Euro.

Ursache dafür ist dem Bericht zufolge die Erhöhung des Kindergeldes
in Polen im Frühjahr 2016 von umgerechnet 20 auf nun 115 Euro je
Monat. Weil diese Leistung mit dem deutschen Kindergeld verrechnet
werde, sei die Belastung für den deutschen Steuerzahler gesunken. In
Polen leben mit Abstand die meisten Kinder, die durch deutsches
Kindergeld unterstützt werden. Ihre Zahl kletterte binnen eines
Jahres um 6000 auf 90 000, die addierte Geldleistung sank jedoch um
32 Millionen Euro. Die Kindergeldansprüche von EU-Ausländern sind
durch das Europarecht geschützt.



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