Pro Asyl kritisiert Evakuierungsplan für Migranten aus Libyen

30.11.2017 14:54

Abidjan (dpa) - Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl hat scharfe
Kritik an dem Evakuierungsplan für Migranten aus Libyen geübt. «Es
ist unmöglich, in einem nicht existenten Staatsgefüge zu prüfen, wer

Schutz braucht und wer nicht», sagte Stiftungsvorstand Günter
Burkhardt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe Ländern
wie Deutschland und Frankreich bei den Plänen einzig und allein
darum, Europa abzuschotten. Dass dies die Abschaffung des Asylrechts
in Europa bedeute, sei ihnen egal.

Burkhardt reagierte mit den Äußerungen auf das Vorhaben, bei der
Evakuierung zwischen schutzbedürftigen Flüchtlingen und
nicht-schutzbedürftigen Migranten zu unterscheiden. Eine erste Gruppe
soll den Plänen zufolge in den Tschad oder Niger gebracht werden.
Erst von dort aus könnten dann Flüchtlinge auch in aufnahmewillige
andere Staaten umgesiedelt werden. Ausreisewillige Migranten sollen
lediglich die Chance zur Rückkehr in ihre Heimatländer bekommen. Die
Unterscheidung würde bereits in Libyen erfolgen.

Mit dem Evakuierungsplan reagierte der EU-Afrika-Gipfel am
Mittwochabend auf die dramatische Menschenrechtslage und Berichte
über Sklavenauktionen in Libyen. In dem nordafrikanischen
Mittelmeerland sollen verschiedenen Schätzungen zufolge zwischen
400 000 und einer Million Migranten festsitzen und auf eine Überfahrt
nach Europa hoffen.



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