Geldgeber und Athen vor Einigung - Kraftwerke werden privatisiert

02.12.2017 10:06

Athen (dpa) - Griechenland und seine internationalen Geldgeber
steuern in den laufenden Beratungen zu weiteren Reform- und
Sparmaßnahmen auf einen erfolgreichen Abschluss zu. Am Wochenende
sollte nach Informationen aus Kreisen des Finanzministeriums das
Dokument der Einigung auf technischer Ebene (das sogenannte Staff
Level Agreement) verfasst werden. Am Montag könnten dann die
Euro-Finanzminister bei ihrem Treffen in Brüssel über die Ergebnisse
informiert werden, hieß es. 

Am Freitagabend war ein Meilenstein im Bereich Privatisierungen
erreicht worden: Vier der wichtigsten Kraftwerke der staatlichen
Elektrizitätsgesellschaft (DEI) sollen 2018 privatisiert werden. Dies
gab nach mehrstündigen Verhandlungen der griechische Energieminister
Giorgos Stathakis bekannt.

Die Gewerkschaft der Elektrizitätsgesellschaft (GENOP DEI) kündigte
Streiks an, um den Verkauf zu verhindern. «Wir leisten Widerstand»,

hieß es auf der Homepage der Gewerkschaft.

Im Mittelpunkt der aktuellen Kontrolle des griechischen
Rettungsprogramms stehen zudem Reformen beim Streikrecht, die
Umsetzung von Sparmaßnahmen in der Verwaltung sowie faule Kredite bei
Banken in Höhe von mehr als 100 Milliarden Euro.

Das dritte Hilfspaket für Griechenland seit 2010 in Höhe von bis zu
86 Milliarden Euro läuft im August 2018 aus. Athen hofft, bis dahin
das nötige Vertrauen an den Finanzmärkten wieder zu gewinnen, um sich
eigenständig Geld zu leihen.  



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