Euro-Finanzminister bestätigen weitere Sparmaßnahmen für Griechenland

04.12.2017 18:58

Die griechische Wirtschaft verliert an Schwung. Doch aus Brüssel
kommen gute Nachrichten für Athen.

Brüssel/Athen (dpa) - Die Euro-Finanzminister haben den Weg für die
Auszahlung weiterer Milliarden aus dem laufenden Kreditprogramm für
Griechenland vorbereitet. Eine Einigung auf technischer Ebene (Staff
Level Agreement) sei erreicht worden, bestätigte der scheidende
Eurogruppen-Vorsitzende Jeroen Dijsselbloem nach dem Treffen der
Ressortchefs des gemeinsamen Währungsgebiets am Montag in Brüssel.
Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos und die
EU-Kommission hatten die Einigung bereits am Samstagabend bekannt
gegeben, die Euro-Finanzminister mussten sie nun bestätigen.

Die nächste Tranche der Finanzhilfen für Griechenland in Höhe von gut

fünf Milliarden Euro könnte damit beim Eurogruppen-Treffen am 22.
Januar freigegeben werden. 

Im Mittelpunkt der aktuellen Kontrolle des griechischen
Rettungsprogramms standen vor allem Reformen beim Streikrecht, die
Umsetzung von Sparmaßnahmen in der Verwaltung sowie faule Kredite bei
Banken in Höhe von mehr als 100 Milliarden Euro.

Das dritte Hilfspaket für Griechenland seit 2010 in Höhe von bis zu
86 Milliarden Euro läuft im August 2018 aus. Athen hofft, bis dahin
das nötige Vertrauen an den Finanzmärkten zurückgewonnen zu haben, um

sich wieder eigenständig Kapital beschaffen zu können.

Am Montag wurde allerdings bekannt, dass die griechische Wirtschaft
im Sommer kräftig an Schwung verloren hat. Im dritten Quartal legte
das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vierteljahr davor nur noch
um 0,3 Prozent zu - nach 0,8 und 0,7 Prozent in den beiden
Vorquartalen, wie das Statistikamt Elstat mitteilte.

Das Wirtschaftswachstum 2017 wird damit wohl geringer ausfallen wird,
als von der Regierung in Athen erhofft. Im Staatshaushalt 2017 hatte
sie noch ein Wachstum von 2,7 Prozent unterstellt. In der
Zwischenzeit war dieses Ziel allerdings schon auf 1,6 Prozent
zurückgeschraubt worden. In Kreisen des Finanzministeriums wurde am
Montag Optimismus verbreitet, dass zumindest dieses Ziel noch
erreicht werden könne.



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