Airline-Dachverband IATA kritisiert EU-Fluggastrechte

05.12.2017 14:04

Genf (dpa) - Der Dachverband der Fluggesellschaften (IATA) hat den
bei Passagieren in der EU populären Anspruch auf Entschädigung bei
Flugverspätungen scharf kritisiert. Die EU lege den Airlines eine
teure Bürde auf, die nichts dazu beitrage, die Gründe für
Verspätungen aus den Weg zu räumen, sagte IATA-Chef Alexandre de
Juniac am Dienstag in Genf. Man brauche international einheitliche
Standards. Die EU sei zu weit gegangen. «Wir warnen die anderen
Regierungen der Welt davor, die Fehler der EU zu kopieren», sagte er.

Die Zahl der Passagiere werde weiter rasant steigen: von weltweit 3,8
Milliarden Passagieren im vergangenen Jahr auf wahrscheinlich 4,1
Milliarden in diesem und 4,3 Milliarden im nächsten Jahr, sagt die
IATA voraus. Wegen steigender Kosten für Treibstoff, Löhne und
Flughafengebühren dürften Tickets aber im Durchschnitt um drei
Prozent teurer werden, erklärte IATA-Chef-Ökonom Brian Pearce.

Derweil steuern die Airlines auf Rekordgewinne zu. Schon 2017 dürften
sie mit insgesamt 34,5 Milliarden Dollar (29,1 Mrd Euro) gut drei
Milliarden Dollar mehr verdienen als im Sommer gedacht, so der
Verband. Das wäre fast so viel wie im bisherigen Rekordjahr 2015,
trotz der jüngsten Pleiten wie bei Air Berlin und Alitalia. Im
kommenden Jahr sollen die branchenweiten Profite mit 38,4 Milliarden
Dollar einen historischen Höchststand erreichen. «Es sind gute Zeiten
für die globale Luftfahrtbranche», sagte IATA-Chef de Juniac.

Auch das Frachtvolumen steigt weiter. 2017 rechnet die IATA auch dank
des wachsenden Onlinehandels mit dem Rekordwert von 59,9 Millionen
Tonnen, nach 54,9 Millionen im vergangenen Jahr. 2018 erwartet die
IATA 62,5 Millionen Tonnen Fracht. In dem Verband sind etwa 275
Fluggesellschaften organisiert, die mehr als 80 Prozent des
weltweiten Flugverkehrs ausmachen.



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