Bericht: EU steht kurz vor Handelspakt mit Südamerika

06.12.2017 21:46

Berlin/Brüssel (dpa) - Die EU steht laut einem Medienbericht kurz vor
Abschluss eines Handelspakts mit Brasilien und drei anderen Staaten
Südamerikas, der etwa 800 Millionen Verbraucher betreffen würde. Das
sogenannte Mercosur-Abkommen solle vor allem den Export von
Industriegütern und Lebensmitteln steigern, könnte aber den Schutz
der Verbraucher schwächen, berichtet die «Süddeutsche Zeitung»
(Donnerstag). Das gehe aus hunderten Seiten Verhandlungstexten
hervor, die erstmals einen Einblick in die geheimgehaltenen Gespräche
erlaubten.

Die EU soll demnach den Export aus südamerikanischen
Lebensmittelbetrieben akzeptieren, ohne diese vorher zu begutachten.
Stattdessen gebe es Garantien des Herkunftslandes. Erst im Frühjahr
2017 war in Brasilien ein Skandal um verdorbenes Fleisch aufgeflogen,
das auch zum Export bestimmt war, wie es heißt.

«Vor dem Hintergrund, dass der größte Fleischproduzent Brasiliens
noch dieses Jahr verdorbenes Fleisch exportieren wollte, erscheint
die Lockerung der Verbraucherschutzstandards im Mercosur-Vertrag wie
ein Hohn», kritisierte Friedrich Ostendorff, Agrarexperte der Grünen
im Bundestag.



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