EU weist Vorwürfe zu Handelspakt mit Mercosur-Staaten zurück

08.12.2017 00:03

Fleischimporte aus Südamerika sollen auch nach Unterzeichnung eines
Abkommens EU-Normen erfüllen. Nach Greenpeace wollte die EU laxere
Kontrollen zulassen. Eine Ankündigung des Abkommens könnte in
nächsten Tagen erfolgen.

Brüssel/Buenos Aires (dpa) - Nach Anschuldigen von Greenpeace hat die
EU-Kommission versichert, dass der geplante Freihandelspakt mit dem
südamerikanischen Staatenbund Mercosur nicht den Verbraucherschutz
beim Import von Fleisch gefährdet. Alle Produkte, die nach Europa
geliefert werden, müssten auch weiterhin alle EU-Standards für
Nahrungsmittelsicherheit erfüllen, sagte ein Sprecherin am
Donnerstag. In diesem Punkt gebe es keinerlei Verhandlungsspielraum.

Greenpeace hatte der EU-Kommission zuvor unter Berufung auf ältere
Verhandlungsdokumente vorgeworfen, Zugeständnisse machen zu wollen.
So sei sie bereit, laxere Kontrollen der Lebensmittel und um bis zu
50 Prozent höhere Fleischimporte zu akzeptieren, wenn die
Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay
ihrerseits die Zölle für den Export von Autos und Autoteilen aus der
EU senkten.

EU und Mercosur verhandeln seit Jahren über einen Abbau von Zöllen
und anderen Handelshemmnissen, der Unternehmen Kosteneinsparungen in
Milliardenhöhe bringen soll. Die EU-Seite hofft auf eine
Grundsatzeinigung noch in diesem Jahr.

Die Vorsitzende der Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation
WTO, Susana Malcorra, stellte in Aussicht, dass auf dem Treffen in
Buenos Aires (10.-13.12.) ein Termin für die Unterzeichnung des
Abkommens zwischen EU und Mercosur vereinbart werden könnte.

Der Staatenbund Mercosur ist mit einer Bevölkerung von mehr als 260
Millionen Menschen und einem Bruttoinlandsprodukt von rund 2,1
Billionen Euro einer der großen Wirtschaftsräume der Welt.



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