EU-Initiative startet intelligenten Sprachdienst für Flüchtende

11.12.2017 13:48

Berlin (dpa) - Ein smarter Übersetzungs-Assistent soll Flüchtenden in
Europa einige der größten Hürden im Alltag aus dem Weg räumen. Der

Dienst «Capiche» nutzt Künstliche Intelligenz und das Wissen eines
Netzwerks und übersetzt wichtige Informationsquellen selbst in
Sprachen wie Arabisch, Farsi oder Paschtu.

Das Angebot richtet sich an kleine Redaktionen und
Nicht-Regierungsorganisationen. Diese sähen sich heute mit Anfragen
in unterschiedlichsten Sprachen konfrontiert, hieß bei der
Vorstellung am Montag in Berlin. Von den üblichen Sprachassistenten
könnten sie nicht bewältigt werden - Fragen von Flüchtenden blieben
meist unbeantwortet.

Entwickelt wurde die Lösung von der EU-Initiative EIT Digital
gemeinsam mit Partnern wie der TU Berlin, T-Systems Multimedia
Solutions und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche
Intelligenz DFKI. Nutzern soll damit der Zugang zu wichtigen
Informationsquellen etwa zum Wohn- und Arbeitsmarkt,
Bildungsangeboten oder der medizinischen Versorgung geöffnet werden.

Technisch arbeitet der Übersetzungsdienst in der Cloud, indem er
Künstliche Intelligenz mit dem gebündelten Wissen ausgewählter
Mitglieder kombiniert. Auch Geflüchtete könnten sich mit ihren
Erfahrungen daran beteiligen. Aktuell greife der Dienst auf 600 000
«Crowd»-Mitgliedern in Europa zu. Wer eine nutzbare Übersetzung
liefere werde für seine Arbeit auf Basis des Mindestlohnes bezahlt,
sagte Ronald Schütz von T-Systems Digital.

Ergebnis soll eine schnelle, hochqualitative Übersetzung von Inhalten
zunächst in Deutsch, Englisch, Arabisch und Persisch sein, weitere
Sprachen sind für kommendes Jahr geplant. Die am Montag vorgestellte
Anwendung ist die erste Lösung, die in Kooperation mit dem
Flüchtlings-Info-Portal HandbookGermany.de entwickelt wurde.



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