EU-Kommission nimmt billige E-Bikes aus China ins Visier

21.12.2017 16:08

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission nimmt den Import billiger E-Bikes
aus China unter die Lupe. Ermittlungen wegen möglicherweise
unzulässiger Subventionen seien eingeleitet worden, hieß es am
Donnerstag aus Kreisen der Brüsseler Behörde. Vorangegangen war eine
Beschwerde europäischer Fahrradhersteller wegen der zunehmenden
Einfuhr bezuschusster chinesischer Modelle.

Die EU-Kommission wird nun sowohl die chinesischen Exporteure als
auch den europäischen Fahrradmarkt genauer prüfen. Schutzmaßnahmen
könnten dann innerhalb von 9 beziehungsweise 13 Monaten verhängt
werden.

Der Verkauf von Fahrrädern mit einem kleinen Elektromotor hat in
Europa zuletzt stark zugenommen. Nach Angaben des Herstellerverbands
EBMA legten auch die chinesischen Importe drastisch zu. Von praktisch
Null im Jahr 2010 stiegen sie demnach auf 800 000 Stück im Jahr 2017.

Für die europäischen Hersteller seien die chinesischen Billigimporte
eine große Bedrohung, sagte Verbands-Generalsekretär Moreno
Fioravanti. «Der einzige Grund, weshalb die chinesischen
E-Bike-Exporteure zu derart günstigen Preisen verkaufen können, sind
massive staatliche Subventionen», sagte er. «Wenn wir die
chinesischen Dumping-Produkte nicht stoppen, werden sie bald den
Großteil des europäischen Marktes kontrollieren.» Dies hätte dann
auch gravierende Folgen für Investitionen und Beschäftigte
hierzulande.

Der europäische E-Bike-Markt umfasst Schätzungen zufolge ein Volumen
von rund 1,85 Milliarden Euro. Der Wert sämtlicher Importe beläuft
sich demnach auf ungefähr 450 Millionen Euro. Chinas Anteil daran
beläuft sich auf mehr als die Hälfte.



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