Strafzinsen: Geld im Tresor statt bei der EZB

30.12.2017 04:00

Frankfurt/Main (dpa) - Kreditinstitute in Deutschland parken nach
Angaben der Bundesbank wegen der Strafzinsen weiterhin Milliarden
Euro in Tresoren. «Aktuell werden noch immer knapp über zehn
Milliarden Euro von Kreditinstituten als Bargeld gehortet, um
Negativzinsen zu entgehen», sagte Bundesbankvorstand Carl-Ludwig
Thiele der Deutschen Presse-Agentur. In den vergangenen Monaten habe
sich dieser Wert geringfügig erhöht. Eine weitere Zunahme sei nicht
jedoch auszuschließen - allerdings beschränkt durch
Tresorkapazitäten.

Thiele hatte im Sommer von zusätzlich zehn Milliarden Euro in den
vergangenen zwei Jahren gesprochen. Der Kassenbestand der Geldhäuser
ist in diesem Zeitraum deutlich gestiegen. Finanzhäuser müssen
derzeit 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der
Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Strafzinsen, so die Theorie,
bringen Banken eher dazu, das Geld als Kredit an Verbraucher und
Unternehmen weiterzureichen. Das kann die Konjunktur und die
Inflation ankurbeln.



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