Eurokurs gibt etwas nach

14.05.2019 16:49

Frankfurt/Main (dpa) - Der Kurs des Euro ist am Dienstag etwas
gesunken. Die Gemeinschaftswährung stand am Nachmittag nur knapp über
1,12 US-Dollar, nachdem sie bis zum frühen Nachmittag noch bei 1,1230
Dollar und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Montag gehandelt
worden war. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs
auf 1,1226 (Montag: 1,1245) Dollar fest. Der Dollar kostete damit
0,8908 (0,8893) Euro.

Am Nachmittag hatte der stellvertretende Regierungschef von Italien,
Matteo Salvini, einen möglichen Bruch der Defizit-Regeln der
Europäischen Union ins Spiel gebracht. Wenn es notwendig werde, die
Defizit-Grenze von 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung beim
Staatshaushalt zu brechen, werde die Regierung das machen, sagte
Salvini vor Reportern der Verona. Der Chef der rechtspopulistischen
Lega-Partei befindet sich im Europa-Wahlkampf. Am Devisenmarkt habe
sich nach den Aussagen die Sorge vor einem neuen Haushaltsstreit
zwischen Brüssel und der Regierung in Rom verstärkt, hieß es von
Marktbeobachtern.

Außerdem wurde der Euro durch enttäuschende Konjunkturdaten aus
Deutschland belastet. Die Konjunkturerwartungen deutscher
Finanzexperten waren im Mai laut einer Umfrage des Zentrums für
Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) überraschend gefallen. «Die
jüngste Eskalation des Handelskonflikts zwischen den Vereinigten
Staaten und China erhöht erneut die Unsicherheit hinsichtlich der
deutschen Exporte und damit eines zentralen Faktors für das Wachstum
des Bruttoinlandsproduktes», sagte ZEW-Präsident Achim Wambach.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für
einen Euro auf 0,86723 (0,86350) britische Pfund, 123,00 (123,06)
japanische Yen und 1,1307 (1,1319) Schweizer Franken fest. Die
Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1296 Dollar
gehandelt. Das waren etwa 3,50 Dollar weniger als am Vortag.



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