Euro fällt zeitweise unter 1,16 US-Dollar
27.06.2018 16:58
Frankfurt/Main (dpa) - Der Euro ist am Mittwoch durch einen
steigenden US-Dollar unter Druck gesetzt worden. Zeitweise fiel die
Gemeinschaftswährung bis auf 1,1594 US-Dollar, konnte sich bis zum
späten Nachmittag aber bei 1,1605 Dollar stabilisieren. Das war knapp
ein halber Cent weniger als am Morgen. Die Europäische Zentralbank
(EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1616 (Dienstag: 1,1672) Dollar
fest. Der Dollar kostete damit 0,8609 (0,8568) Euro.
War der Handel am Devisenmarkt vormittags noch durch
Sicherheitsstreben geprägt gewesen, kam im Nachmittagshandel
Beruhigung auf. Auslöser war die Nachricht, dass die US-Regierung -
anders als zunächst gedacht - nicht in besonders scharfer Form gegen
chinesische Investitionen in den USA vorgehen will. «Sichere
Anlagehäfen wie der japanische Yen, die zuvor angesteuert wurden,
sind deshalb unter Druck geraten - und davon hat der Dollar
profitiert», sagte Esther Reichelt, Devisenexpertin der Commerzbank.
Der von den USA ausgehende Handelskonflikt, insbesondere mit China,
ist zurzeit der dominierende Faktor an den Finanzmärkten.
Konjunkturdaten treten deshalb eher in den Hintergrund. Analysten
nahmen dennoch Zahlen zur Investitionsneigung amerikanischer
Unternehmen unter die Lupe. Obwohl die Daten eher schwach ausfielen,
geht das Analysehaus Capital Economics von einer
gesamtwirtschaftlichen Wachstumsbeschleunigung im zweiten Quartal
aus. Der Grund: Der private Konsum dürfte stärker wachsen.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für
einen Euro auf 0,88173 (0,88160) britische Pfund, 128,08 (127,95)
japanische Yen und 1,1536 (1,1543) Schweizer Franken fest. Der Preis
für die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London auf 1254,60
(1260,30) Dollar festgelegt.
