Tusk warnt vor «Worst-Case-Scenarios» in Beziehungen zur USA

27.06.2018 17:12

Brüssel (dpa) - Die Europäische Union muss sich aus Sicht von
Ratschef Donald Tusk für eine drastische Verschlechterung der
Beziehungen zu den USA wappnen. «Obwohl ich aufs Beste hoffe, glaube
ich, wir müssen unsere Union auf «Worst-Case-Scenarios» vorbereiten
»,
schrieb Tusk am Mittwoch in seinem Einladungsschreiben zum EU-Gipfel.

Der Handelskonflikt mit den USA ist ein Thema bei dem zweitägigen
Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag.
Die EU hatte zuletzt Vergeltungszölle in Kraft gesetzt, weil
US-Präsident Donald Trump Strafzölle auf Stahl und Aluminium erhebt.
Trump erwägt zudem Strafzölle auf Autoimporte.

«Trotz unserer unermüdlichen Anstrengungen, den Westen
zusammenzuhalten, sind die transatlantischen Beziehungen wegen der
Politik von Präsident Trump unter enormem Druck», schreibt Tusk
weiter. Der US-Präsident hatte die europäischen Verbündeten auch
schon mit der Aufkündigung des Pariser Klimaabkommens und des
Atomabkommens mit dem Iran vor den Kopf gestoßen.

Aus EU-Kreisen hieß es, solche negativen Entscheidungen formten sich
langsam zum Muster, wonach Washington keine Freunde oder Feinde kenne
und der Erhalt internationaler Regeln keine Priorität habe. Eine
solche Doktrin sei für Europa sehr gefährlich.