Neue Runde in EU-vermittelten Kosovo-Gesprächen ohne Fortschritte

08.11.2018 21:42

Brüssel (dpa) - Eine neue Runde in den von der EU vermittelten
Verhandlungen zwischen Serbien und dem Kosovo über die Normalisierung
der Beziehungen ist am Donnerstagabend in Brüssel ohne Fortschritte
verlaufen. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic und sein
kosovarischer Kollege Hashim Thaci waren sich lediglich darin einig,
weiter im Gespräch zu bleiben. Das erklärten beide Politiker
anschließend separat gegenüber Vertretern ihrer Medien.

Das Kosovo hatte früher zu Serbien gehörit, ist aber heute fast nur
noch von Albanern bewohnt. Vor zehn Jahren hatte es sich für
unabhängig erklärt. Belgrad hat diesen Schritt nie anerkannt an. Es
betrachtet das Kosovo unter Verweis auf die früheren Grenzziehungen
und die dort gelegenen serbischen Klöster und historischen Stätten
weiterhin als Teil seines Staatsgebiets.

Beide Länder streben in die Europäische Union (EU), Serbien
verhandelt bereits über den Beitritt. Die EU will aber diese Länder
nur dann aufnehmen, wenn sie ihre Beziehungen untereinander regeln.
Vor allem soll verhindert werden, dass ein künftiges EU-Land aus der
Region den späteren Beitritt eines weiteren Landes durch sein Veto
blockiert.

Die Verhandlungen in Brüssel, bei denen die EU-Außenbeauftragte
Federica Mogherini vermittelt, kommen nur schwer von der Stelle. Im
September waren sie ausgesetzt worden, nachdem sich der serbische
Präsident Vucic durch Äußerungen kosovarischer Politiker gekränkt
gefühlt hatte. 

Auch am Donnerstag überschatteten gegenseitige Schuldzuweisungen die
Gespräche. «Der Diskurs der serbischen Seite war aggressiv und
arrogant», sagte Thaci anschließend zu kosovarischen Medien. Vucic
wiederum erklärte im serbischen Fernsehen, dass das Kosovo
angekündigte Maßnahmen wie die Stationierung seiner künftigen Armee
im serbisch bevölkerten Norden des Landes «zurücknehmen wird».



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