Visa und Mastercard bieten der EU Gebührensenkung an

04.12.2018 15:44

Brüssel (dpa) - Die Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard stellen
laut der EU-Kommission geringere Abrechnungsgebühren für bestimmte
Einkäufe in Aussicht. Die Bankentgelte für Einkäufe in Europa mit
außereuropäischen Kreditkarten könnten um mindestens 40 Prozent
sinken, erklärte die Brüsseler Behörde am Dienstag.

Die Entgelte - im Fachjargon MIF genannt - verlangen Banken bei
Kreditkartengeschäften für die Verrechnung. Die Kosten können über

den Warenpreis letztlich auf alle Verbraucher abgewälzt werden, auch
auf die, die nicht mit Kreditkarte einkaufen. Damit könnten auch
europäischen Konsumenten von einer Reduzierung profitieren.

Die von den Unternehmen nun angebotene Senkung beträfe Gebühren beim
Einsatz von Kreditkarten aus Staaten außerhalb der EU. Die Kommission
nannte das Beispiel eines amerikanischen Touristen, der ein Essen in
Belgien per Karte zahlt. Die Kommission befürchtet, dass die Gebühren
auf die Preise durchschlagen, und zwar bis zum Endverbraucher.

Deshalb hatte die Brüsseler Behörde 2015 bei Mastercard und 2017 auch
bei Visa wettbewerbsrechtliche Bedenken erhoben. Auf diese reagierten
die beiden Kreditkartenunternehmen nun. Die Kommission könnte dies
für rechtsverbindlich erklären und damit ihre Beschwerde zu den Akten
legen. Zunächst bat sie jedoch um Stellungnahmen von
Marktteilnehmern, die betroffen sein könnten.



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