Festgesetzte ukrainische Matrosen: Gericht verordnet ärztliche Hilfe

04.12.2018 18:31

Straßburg (dpa) - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat

Russland verpflichtet, den kürzlich festgesetzten ukrainischen
Matrosen angemessene medizinische Behandlung zuteil werden zu lassen.
Das teilte das Straßburger Gericht am Dienstag mit. Als Mitgliedsland
des Europarats muss Russland diese sogenannten vorläufigen Maßnahmen
umsetzen. Die Ukraine hatte den Schritt beantragt.

Die russische Küstenwache hatte am 25. November Boote der
ukrainischen Marine gewaltsam an der Durchfahrt in der Meerenge von
Kertsch gehindert. Drei Boote samt Besatzung wurden festgesetzt. Der
bereits schwelende Konflikt zwischen der Ukraine und Russland um den
Zugang zum Asowschen Meer war mit der Fertigstellung der Brücke zur
annektierten Halbinsel Krim im Frühjahr 2018 offen ausgebrochen.

Gegen die 24 Matrosen wurde in Russland Berichten zufolge
mittlerweile Anklage wegen illegalen Grenzübertritts erhoben.
Russland wertet den Zwischenfall als Provokation der Ukraine. Kiew
verhängte als Reaktion für einen Monat das Kriegsrecht in großen
Teilen des Landes. Der Vorfall hatte international Besorgnis
ausgelöst.



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