EU-Kommission will internationale Rolle des Euro stärken

05.12.2018 03:45

Seit Jahrzehnten ist der US-Dollar die wichtigste Weltwährung.
Angesichts der Unberechenbarkeit von US-Präsident Trump will
EU-Kommissionschef Juncker die Rolle Europas in der Welt stärken. Die
Gemeinschaftswährung soll dabei eine zentrale Funktion übernehmen.

Brüssel (dpa) - In Zeiten zunehmender globaler Unsicherheiten soll
der Euro nach dem Willen der EU-Kommission weltweit eine führende
Rolle übernehmen. Entsprechende Ideen wird die Brüsseler Behörde am
Mittwoch (12.30 Uhr) präsentieren. Bei US-Präsident Donald Trump
könnte der Vorstoß für Unmut sorgen.

Seit Jahrzehnten ist der US-Dollar die wichtigste Währung der Welt.
Er wird weltweit genutzt, andere Länder orientieren sich an ihm. Im
internationalen Handel werden die meisten Rechnungen in Dollar
gestellt, auch die wichtigen Ölpreise werden in der Regel in Dollar
angegeben. Die Europäische Gemeinschaftswährung, die vor 20 Jahren
eingeführt wurde, steht auf Rang zwei.

Bei seiner Rede zur Lage der Europäischen Union im September hatte
EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker bereits gefordert, der Euro
müsse zum «Gesicht und Werkzeug» einer neuen europäischen
Souveränität werden. Damit könnte auch die Abhängigkeit von den USA

reduziert werden.

Juncker bemängelt zudem, dass die EU gut 80 Prozent ihrer
Energieimporte in Dollar abrechnet. Dabei stammt nur ein kleiner Teil
der Einfuhren tatsächlich aus den USA. Selbst bei Transaktionen
innerhalb der EU werde in vielen Branchen in Dollar bezahlt.

Medienberichten zufolge will die Brüsseler Behörde nun unter anderem
die EU-Staaten dazu animieren, eine breitere Nutzung des Euro
voranzutreiben. Damit könnte die Abhängigkeit von Kursschwankungen
anderer Währungen - vor allem des US-Dollars - reduziert werden.

Der Vorstoß könnte auch die Debatten um Reformen in der Währungsunion

voranbringen. Um die Eurozone - mit derzeit 19 Mitgliedsstaaten -
gegen künftige Finanzkrisen zu stärken, wollen die EU-Staats- und
Regierungschefs beim Gipfel am 13. und 14. Dezember noch über weitere
Reformen beraten. Diese könnten das Vertrauen in den Euro weltweit
stärken, wovon die Staaten letztlich profitieren könnten.

In einer Reihe von Ländern - darunter Deutschland - gibt es bislang
noch einige Widerstände gegen eine enger verzahnte Zusammenarbeit in
der Eurozone.



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