EU-Kommission: Euro soll weltweit stärker werden

05.12.2018 13:06

Brüssel (dpa) - Der Euro soll nach dem Willen der EU-Kommission eine
weltweit zentrale Rolle spielen. Entsprechende Ideen präsentierte die
Brüsseler Behörde am Mittwoch. «Der Euro sollte das politische,
wirtschaftliche und finanzielle Gewicht der Eurozone widerspiegeln»,
sagte EU-Währungskommissar Valdis Dombrovskis. Obwohl er lediglich 20
Jahre alt sei, sei der Euro die zweitwichtigste Währung der Welt. Die
mit Abstand wichtigste und am weitesten genutzte Währung ist seit
Jahrzehnten der US-Dollar.

Die multilaterale Weltordnung werde zunehmend geschwächt, sagte
Dombrovskis weiter. Die Antwort darauf, müsse ein global stärkerer
Euro sein.

Die EU-Kommission kann keine direkten geldpolitischen Initiativen in
die Wege leiten. Die Entscheidung für eine Währung liege letztlich
bei den Marktteilnehmern, hieß es von der Behörde. Allerdings könnt
en
Anreize für eine breitere Nutzung des Euro gesetzt werden.

Die EU-Kommission empfiehlt den EU-Staaten nun, die Nutzung des Euro
in wichtigen Märkten mehr zu fördern - vor allem im Energiesektor
sowie bei Rohstoffen und im Verkehrssektor. Energieimporte in die EU
werden oftmals in US-Dollar abgewickelt, sogar europäische
Großunternehmen handeln untereinander oft in US-Dollar.

Der Euro wird derzeit in den 19 Staaten des gemeinsamen
Währungsgebiets von etwa 340 Millionen Bürgern genutzt. Rund 60
Länder weltweit verwenden den Euro bereits oder haben ihre Währung an
den Euro gebunden. Etwa 20 Prozent der Fremdwährungsreserven von
internationalen Zentralbanken werden in Euro gehalten.



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