EU-Wettbewerbshüter halten bei Thyssen-Tata-Fusion die Uhr an

06.12.2018 13:14

Brüssel (dpa) - Die EU-Wettbewerbshüter haben beim geplanten
Zusammenschluss von Teilen des Industriekonzerns Thyssenkrupp mit dem
indischen Stahlproduzenten Tata die Prüffrist ausgesetzt. Wichtige
Informationen zu der Fusion seien nicht rechtzeitig übermittelt
worden, teilte ein Sprecher der EU-Kommission am Donnerstag mit.

Die Brüsseler Behörde hatte Ende Oktober eine eingehende Prüfung des

Vorhabens angekündigt. Vor allem bei Stahlzulieferungen an die
Automobilindustrie könne es zu Beeinträchtigungen des Wettbewerbs
kommen, hieß es. Üblicherweise hat die Behörde 90 Arbeitstage Zeit,
um Fusionen im Detail zu prüfen. Wenn benötigte Informatonen nicht
zeitig eintreffen, kann sie in dem Verfahren aber die Uhr anhalten.

Die Frist endete ursprünglich am 19. März. Sobald alle angeforderten
Dokumente eingetroffen sind, kann die Kommission dann eine neue Frist
festsetzen.

Die Stahlfusion mit dem Konkurrenten Tata gilt als ein Kernstück des
geplanten Konzernumbaus von Thyssenkrupp. Der Gesamtkonzern soll in
zwei selbstständige Gesellschaften aufgespalten werden. Dabei soll
das traditionelle Werkstoffgeschäft von dem Industrie-Geschäft
getrennt werden. Ziel ist, für Anleger wieder attraktiver zu werden.
Thyssenkrupp war zuvor durch eine milliardenschwere Fehlinvestition
in eine existenzbedrohende Krise gerutscht.



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