Brinkhaus: Es wird ein knappes Rennen um die Merkel-Nachfolge

07.12.2018 04:30

Fast alle rechnen mit einem Foto-Finish. Wenn die Nachfolge von
Kanzlerin Angela Merkel als Parteichefin feststeht, könnte es tiefe
Verletzungen geben. Unionsfraktionschef Brinkhaus sendet einen Appell
zur Einigkeit.

Hamburg (dpa) - Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) geht von
einer knappen Entscheidung bei der Abstimmung über die Nachfolge von
Kanzlerin Angela Merkel als Parteivorsitzende aus. Er sehe vor der am
Freitagnachmittag geplanten Wahl auf dem CDU-Parteitag in Hamburg
keinen Favoriten, sagte Brinkhaus der Deutschen Presse-Agentur in
Berlin. «Es wird ein knappes Rennen. Es wird mitentscheidend sein,
wer die Gunst der Stunde auf dem Parteitag am besten für sich nutzen
kann. Die letzten Meter in dem Rennen werden entscheiden.»

Der Fraktionsvorsitzende appellierte an alle drei Kandidaten, auch
bei einer Niederlage weiterhin für die CDU zur Verfügung zu stehen.
Die fairen Debatten bei den acht Regionalkonferenzen zur Vorstellung
der Kandidaten - Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer,
Ex-Fraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn -
hätten der Partei neuen Schwung gegeben, sagte Brinkhaus. «Es geht um
sehr viel - und dafür gehen die Kandidaten sehr gut miteinander um.
So muss es weitergehen.»

Der oder die neue Parteivorsitzende stehe vor der Aufgabe, nach dem
Parteitag die Partei zusammenzuhalten. Die oder der Nachfolger «muss
sich als Brückenbauer verstehen - in der CDU, aber auch in der
Gesellschaft». Nach dem Parteitag müsse sich die CDU sofort wieder
mit den Themen beschäftigen, die die Bürger umtrieben.

Auf die Frage, wieviel «Beinfreiheit» die Kanzlerin und die oder der
künftige Parteivorsitzende haben werde, sagte Brinkhaus: «Das Ganze
wird nur gut funktionieren, wenn die drei Kraftzentren der CDU -
Partei, Fraktion und Regierung - gut und vertrauensvoll
zusammenarbeiten.»

Zwischen Fraktion und Regierung funktioniere die Arbeitsteilung sehr
gut - «auch wenn wir da jetzt etwas offener debattieren und manchmal
auch etwas kontroverser», sagte Brinkhaus. Er hoffe, dass dies auch
mit der Partei so sein werde. Entscheidend sei, dass künftig auch die
Mitglieder mehr ihre Meinung sagen könnten und stärker in
Entscheidungen eingebunden würden.



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