EU-Sanktionen treffen iranischen Diplomaten und Geheimdienst-Vize

09.01.2019 12:45

Brüssel (dpa) - Die neuen EU-Sanktionen gegen Teheran richten sich
gegen zwei Iraner, die hinter den angeblich geplanten Anschlägen auf
Exil-Iraner in Frankreich und Dänemark stecken sollen. Das geht aus
der am Mittwoch veröffentlichten EU-Terrorliste hervor, die das
Einfrieren von Vermögenswerten sowie Einreiseverbote gegen die
Betroffenen vorsieht.

Neben dem iranischen Diplomaten Assadollah Asadi und dem
Geheimdienst-Vize Saeid Hashemi Moghadam wurde auch Teherans
Geheimdienst mit Sanktionen belegt. Die Europaminister der EU-Staaten
hatten die Liste am Dienstag angenommen. Teheran hatte die
Entscheidung scharf kritisiert.

Asadi war als iranischer Diplomat in Wien stationiert und gilt als
mutmaßlicher Drahtzieher eines vereitelten Anschlags im Juni in
Frankreich. Er war im Oktober in Bayern festgenommen und an Belgien
ausgeliefert worden, wo ein Haftbefehl gegen ihn erlassen wurde.
Frankreich hatte bereits im Oktober Sanktionen gegen Asadi, Hashemi
Moghadam sowie den Geheimdienst verhängt.

Neben dem angeblich geplanten Anschlag in Frankreich wurde nach
Angaben des dänischem Inlandsgeheimdiensts PET außerdem ein Anschlag
auf eine Gruppe in Dänemark lebender Iraner, die sich für die
Unabhängigkeit der iranischen Region rund um die Stadt Ahwas
engagierten, vereitelt. In beiden Fällen machten Ermittler den
iranischen Geheimdienst verantwortlich; Teheran dementierte dies. Die
niederländische Regierung machte den Iran am Dienstag zudem für zwei

Morde an Regimegegnern im Land verantwortlich.



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