Bauernpräsident warnt vor enormen Folgen bei ungeregeltem Brexit

15.01.2019 16:25

München (dpa/lby) - Bauernpräsident Walter Heidl hat am Dienstag
eindringlich vor den Folgen eines ungeregelten Brexits für die
Landwirte gewarnt. «Ein ungeregelter Brexit würde im Chaos enden.
Ohne Rechtssicherheit oder Übergangsfristen wären auch enorme Folgen
für die bayerischen Bauern die Folge», sagte Heidl, der Präsident des

Bayerischen und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes ist.

Derzeit würden Agrarerzeugnisse - vor allem Milch und Fleisch - im
Wert von 4,7 Milliarden Euro von Deutschland an Großbritannien
geliefert. Wenn es tatsächlich zum Brexit komme, werde das zudem ein
Loch von zehn bis zwölf Milliarden Euro pro Jahr in den EU-Haushalt
reißen. Dann dürfe es keine kurzsichtigen Sparmaßnahmen und nationale

Egoismen geben. «Die EU-Mitgliedsstaaten müssen jetzt zusätzliche
Verantwortung übernehmen.» Die EU-Agrarpolitik bilde die Grundlage
für einen funktionierenden Binnenmarkt für 44 Millionen Arbeitsplätze

auf dem Land und gute Lebensverhältnisse.

In der Debatte um die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft mahnte
Heidl Sachlichkeit an. Die Bauern seien bereit, Probleme anzupacken.
«Doch wir können und wollen nicht einfach "Ja und Amen' sagen zu
jeder Forderung, die an die Höfe oder uns als Verband herangetragen
werden.» Um die Betriebe in Bayern erhalten zu können, müsse über
Zielkonflikte geredet und Widersprüche beim Namen genannt werden. Vor
allem die konventionelle Landwirtschaft erntet in verschiedenen
Fragen Kritik von Umwelt- und Tierschützern.



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