Moskau: EU will mit Streit um Gaspipeline Druck auf Russland ausüben

08.02.2019 09:18

Moskau (dpa) - Im Streit um die Gasleitung Nord Stream 2 durch die
Ostsee hat der russische Vizeminister Wladimir Titow Druck auf die
russische Wirtschaft beklagt. Mit künstlichen Hindernissen bei der
Umsetzung großer Projekte wie Nord Stream 2 wolle man einen
unlauteren Wettbewerb schaffen, sagte Titow der russischen
Tageszeitung «Iswestija» in einem Interview, das am Freitag
veröffentlicht wurde. Eine Reaktion des Kremls zu dem Streit gab es
zunächst nicht.

Zuvor hatte Frankreich erklärt, eine Änderung der EU-Richtlinie zu
unterstützen. Sie soll es der EU-Kommission ermöglichen, das
Pipeline-Projekt deutlich strenger zu regulieren. Berlin lehnt das
neue Gesetz hingegen strikt ab. Unter anderem soll bei einer Änderung
ein Gaslieferant nicht gleichzeitig Betreiber einer Leitung sein
dürfen. Bei Nord Stream 2 ist dies bislang der Fall. Das Projekt wird
von dem russischen Energiekonzern Gazprom gesteuert. Zusätzliche
Auflagen könnten das Projekt weniger profitabel oder sogar
unwirtschaftlich machen.

Russland hoffe, dass die EU-Staaten sich gegen die Änderung
aussprechen werden, hatte die Sprecherin des Moskauer Ministeriums,
Maria Sacharowa, am Donnerstag gesagt. «Wir haben die Hoffnung, dass
die EU-Mitglieder von ihren eigenen nationalen Interessen, ihrer
nationalen Wirtschaft und natürlich die der europäischen Verbraucher
geleitet werden», sagte Sacharowa der Agentur Interfax zufolge. Man
solle keinen antirussischen Anweisungen folgen, die regelmäßig aus
den USA kommen würden.



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