Krise mit Italien: Frankreich nicht über Di Maios Besuch informiert

08.02.2019 11:09

Paris (dpa) - In der diplomatischen Krise mit dem EU-Partner Italien
rechtfertigt Frankreich den zeitweiligen Rückruf seines Botschafters
aus Rom. Der französische Regierungssprecher Benjamin Grivaux machte
am Freitag im Radiosender Europe 1 deutlich, dass Paris nicht über
den Besuch des italienischen Vize-Regierungschefs Luigi Di Maio
informiert worden sei. «Wenn ein Minister einer ausländischen
Regierung nach Frankreich kommt (...), erfordern es der Anstand, die
Höflichkeit und die elementarste Diplomatie, dass die Regierung
benachrichtigt wird.»

Paris hatte am Donnerstag seinen Botschafter aus dem Nachbarland für
Gespräche zurückgerufen. «Das ist kein dauerhafter Rückruf», sagt
e
Griveaux. Di Maio war Anfang der Woche in Frankreich mit
französischen «Gelbwesten»-Aktivisten zusammengekommen. Die
«Gelbwesten»-Bewegung demonstriert seit Monaten gegen den Präsidenten

Emmanuel Macron und die Reformpolitik der Mitte-Regierung.

Di Maio bezeichnete sein Treffen mit Vertretern der «Gelbwesten» als
«vollkommen legitim». «Und ich beanspruche das Recht auf Dialog mit
anderen politischen Kräften, die das französische Volk
repräsentieren», sagte er der italienischen Tageszeitung «Il
Messaggero». «Ich bin Europäer. Und sich in einem Europa ohne Grenzen

zu befinden, bedeutet auch Freiheit für die politischen Beziehungen,
nicht nur für den Waren- und Personenverkehr.»

Griveaux sagte, der Dialog mit Italien sei nicht unterbrochen. Er
ließ auch durchblicken, dass Ansprechpartner für Macron nicht die
Minister Di Maio oder Matteo Salvini seien, sondern der
Regierungschef Giuseppe Conte.



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