Röttgen: Brexit notfalls bis zum Jahresende aufschieben

15.03.2019 00:01

Berlin (dpa) - Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im
Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), hat sich dafür ausgesprochen, den
britischen EU-Austritt notfalls bis zum Jahresende aufzuschieben.
«Für die Briten sollte es eine einmalige großzügige Verlängerung
für
den Brexit geben», sagte Röttgen der «Rheinischen Post» (Freitag).

«Wenn die Briten bis Ende des Jahres benötigen, den Austritt aus der
EU zu organisieren, dann sollte die EU diese Frist gewähren.» Sollten
die Briten ein zweites Referendum abhalten wollen, dann sei das im
europäischen Interesse. «Was den Brexit-Deal betrifft, hat die EU
ausverhandelt. Da kann es keine weiteren Änderungen zugunsten der
Briten geben.»

Auch der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sprach sich für einen
Brexit-Aufschub aus. «Wenn das Vereinigte Königreich eine
Fristverlängerung wünscht, sollte die EU diese gewähren», sagte
Lindner dem Blatt. «Wir alle können kein Interesse an einem Desaster
haben», fügte er hinzu. «Hoffentlich wächst noch die Einsicht, dass

ein zweites Referendum sinnvoll wäre», sagte Lindner weiter.

Zwei Wochen vor dem geplanten Brexit hatte das britische Parlament am
Donnerstagabend für eine Verschiebung des EU-Austritts gestimmt. Nach
dem Willen von Premierministerin Theresa May soll Großbritannien die
EU nicht am 29. März, sondern bis Ende Juni verlassen. Möglich ist
auch eine deutliche längere Verschiebung des Brexits. Die Umsetzung
müssen aber noch alle 27 übrigen EU-Mitgliedstaaten billigen. In der
kommenden Woche will May die Abgeordneten zum dritten Mal über das
mit Brüssel ausgehandelte Brexit-Abkommen abstimmen lassen.



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