Anti-Terror-Kampf der G5-Sahel: Große Hoffnungen, wenig Ergebnisse

14.05.2019 12:18

Bamako (dpa) - Europa setzt große Hoffnungen in die bis zu 5000 Mann
starke Anti-Terror-Truppe von fünf Sahara-Anrainerstaaten. Die Logik
dabei ist simpel: Wenn es der afrikanischen Truppe in der Zukunft
gelingen sollte, Schmuggler und islamistische Terroristen in der
Sahelzone unter Kontrolle zu bringen, dann müssten dort keine
europäischen Soldaten mehr ihr Leben riskieren. Die EU ist daher
einer der wichtigsten finanziellen Unterstützer der Truppe und hat
bislang mehr als 100 Millionen Euro zugesagt.

Die 2014 ins Leben gerufene Truppe wird G5-Sahel genannt und von den
westafrikanischen Staaten Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger und
dem zentralafrikanischen Tschad gestellt. Durch die Sahelzone
verlaufen wichtige Migrations- und Schmuggelrouten, zudem dient die
wüstenhafte Region islamistischen Extremisten als Rückzugsgebiet.

Die G5-Truppe soll auf einen schlagkräftigen und grenzübergreifenden

Verband anwachsen. Doch die Realität ist ernüchternd. Die Truppe hat
bislang kaum Erfolge vorzuweisen, dafür eine große Demütigung: Im
Juni griffen mutmaßliche islamistische Terroristen das
G5-Hauptquartier im zentralmalischen Sévaré an und zerstörten es
großteils.

Die Truppe steht vor großen Herausforderungen: Ein paar Tausend
Soldaten sind kaum genug, um die Weiten der Sahelzone wirklich zu
kontrollieren. Die Fläche der G5-Staaten entspricht mit rund 5
Millionen Quadratkilometern gut 14 Mal der Größe Deutschlands. Die
armen Länder wollen sich den Kampf bis auf Weiteres vom Ausland
finanzieren lassen. Mali, Burkina Faso, der Tschad und der Niger
gehören einem UN-Index zufolge zu den 15 ärmsten Ländern der Welt. 


In der Sahelzone sind auch rund 4500 französische Soldaten gegen
islamistischen Terrorismus im Einsatz, genauso wie einige Hundert
US-Soldaten im Niger. Deutschland beteiligt sich zudem mit rund 1000
Soldaten an einer UN-Friedensmission zur Stabilisierung Malis.



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