Supercomputer für acht europäische Städte

07.06.2019 18:59

Luxemburg (dpa) - Im technischen Wettlauf mit Ländern wie China, den
USA oder Japan entstehen in Europa acht Zentren für Supercomputer.
Die ersten Rechenzentren sollen bereits in der zweiten Jahreshälfte
2020 hochfahren und durch ein Highspeed-Netzwerk miteinander
verbunden sein, wie die EU-Kommission am Freitag mitteilte. Die neuen
Supercomputer wären in der Lage, in Echtzeit riesige Datenmengen zu
verarbeiten. Insgesamt werden 840 Millionen Euro investiert.

Standorte der Rechenzentren sollen die bulgarische Hauptstadt Sofia,
Maribor in Slowenien, Ostrava in Tschechien, Barcelona in Spanien,
Minho in Portugal, Bissen in Luxemburg, Kajaani in Finnland sowie die
italienische Universitätsstadt Bologna sein. Von dort aus sollen die
Zentren über 800 wissenschaftliche und industrielle
Anwendungsbereiche mit Rechenpower versorgen.

Hinter dem Vorhaben steht ein Gemeinschaftsunternehmen aus
EU-Kommission, 28 europäischen Ländern sowie Interessenverbänden, d
as
sich zum Ziel gesetzt hat, eine Infrastruktur für
Hochleistungsrechner in Europa aufzubauen. Sie haben die Orte auch
ausgesucht.

«Diese Standorte werden unseren Forschern Zugang zu Supercomputern
von Weltrang verschaffen, die eine strategische Ressource für die
Zukunft der europäischen Industrie darstellen», sagte der für den
digitalen Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Andrus Ansip. Die EU
verspricht sich unter anderem Vorteile im Gesundheitssektor, bei der
Wettervorhersage und der Klimaforschung sowie bei der
Cybersicherheit.

Derzeit sind europäische Forscher nach Angaben der EU-Kommission noch
auf Rechenleistung aus dem Ausland angewiesen. Durch den Bau von
Supercomputern könnten Wissenschaftler im technischen Wettlauf
unabhängiger arbeiten.



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