) Kristalina Georgiewa - Von der Weltbank zum IWF

05.08.2019 09:30

Sie war mächtige EU-Kommissarin dann ging sie zur Weltbank. Nun soll
die Bulgarin nach dem Willen der Europäer an die Spitze des
Weltwährungsfonds rücken.

Sofia/Washington (dpa) - Kristalina Georgiewa (65) ist derzeit
Geschäftsführerin der Weltbank. Zuvor hatte sie das Institut schon
einmal als Interimspräsidentin geleitet. Bevor die Bulgarin 2017 zur
Weltbank zurückkehrte, arbeitete sie mehrere Jahre als EU-Kommissarin
in Brüssel.

Von 2010 an war sie zunächst für internationale Zusammenarbeit und
humanitäre Hilfe zuständig, von Dezember 2016 an dann für den Bereich

Haushalt und Personal. Damals wurde sie auch Vizepräsidentin unter
Kommissionschef Jean-Claude Juncker.

Georgiewa wurde am 13. August 1953 in Sofia, der Hauptstadt des
einstigen Ostblocklandes Bulgarien, geboren. Die energisch
auftretende Frau mit Kurzhaarschnitt schloss 1976 ihr
Hochschulstudium an der Wirtschaftsuniversität in Sofia ab, die
damals - zu kommunistischer Zeit - noch nach Karl Marx benannt war.

Georgiewas Studienfächer waren Medienberichten zufolge Politökonomie
und Soziologie. Ihre Doktorarbeit von 1986, also aus der Zeit noch
vor dem Ende des Kommunismus, beschäftigte sich mit «Umweltpolitiken
und Wirtschaftswachstum in den USA».

Die Ökonomin Georgiewa war auch schon für andere Topjobs im Gespräch.

Der Posten des UN-Generalsekretärs ging 2017 dann aber an den
ehemaligen portugiesischen Ministerpräsidenten António Guterres. Die
Nachfolge des Luxemburgers Jean-Claude Juncker an der Spitze der
EU-Kommission tritt im November die CDU-Politikerin Ursula von der
Leyen an.

Politisch steht die Ökonomin der in Sofia regierenden konservativen
Gerb-Partei von Ministerpräsident Boiko Borissow nahe. Georgiewa ist
verheiratet und hat ein Kind.



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