Wieder mehr als 20 000 Migranten in den griechischen Hotspots

06.08.2019 16:46

Athen (dpa) - Erstmals seit Herbst 2018 ist die Zahl der Migranten in
den Registrierlagern auf den griechischen Inseln im Osten der Ägäis
wieder auf mehr als 20 000 gestiegen. Das geht aus einer Statistik
des griechischen Ministeriums für Bürgerschutz hervor, die am
Dienstag veröffentlicht wurde. Im April war die Zahl der dort
lebenden Menschen auf 14 000 zurückgegangen. Athen hatte seit Oktober
2018 Tausende Migranten zum Festland gebracht. Auch damals harrten 20
000 Migranten in diesen Lagern aus und die Lage war explosiv. Es war
mehrmals zu Ausschreitungen in den Hotspots gekommen. In den
vergangenen Monaten gab es wieder einen verstärkten Zustrom von
Migranten, die aus der Türkei übersetzen, hieß es aus Kreisen der
Küstenwache. 

Binnen 24 Stunden bis Dienstagmorgen setzten demnach mehr als 170
Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln oder zum Festland
über. Vor der griechischen Hafenstadt Alexandroupolis griff die
Küstenwache 46 Migranten auf. Sie waren von der nur wenige Kilometer
entfernten türkischen Küste gestartet. Vor der Insel Lesbos wurden
131 Migranten entdeckt.

Die konservative Regierung unter Premier Kyriakos Mitsotakis plant
das Asylverfahren zu beschleunigen und schneller Migranten in die
Türkei zurückschicken, die kein Asyl in Griechenland bekommen. Ein im
März 2016 geschlossener Flüchtlingspakt EU-Türkei sieht vor, dass die

EU alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen
Inseln kommen, zurückschicken kann.



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