) Rettungsschiff «Open Arms» wartet weiter auf Hafen

08.08.2019 16:36

Rom (dpa) - Das Rettungsschiff der spanischen Hilfsorganisation
Proactiva Open Arms harrt mit 121 Migranten an Bord weiter im
Mittelmeer aus. Seit einer Woche befinden sich die Geretteten auf
dem Schiff - je mehr Zeit vergehe, desto schwieriger werde es, den
Menschen zu erklären, warum sie nicht einfach von Bord gehen könnten,

sagte Einsatzleiterin Anabel Montes Mier in einem Video, das die
Organisation am Donnerstag auf Twitter veröffentlichte. Nach Angaben
von Amnesty International sind auch 30 Kinder und zwei Babys an Bord
der «Open Arms». Das Schiff befindet sich unweit der italienischen
Insel Lampedusa.

Die evangelischen Kirchen in Italien (FCEI) seien bereit, die
Geretteten aufzunehmen, berichtete die Nachrichtenplattform der FCEI.
Das habe der Vorsitzende Luca Maria Negro in einem Brief
Regierungschef Giuseppe Conte und Innenminister Matteo Salvini
geschrieben.

Salvini hatte den Seenotrettern am Mittwoch mit der Beschlagnahme des
Schiffs gedroht, wenn sie in die Gewässer des Landes fahren sollten.
In Italien können mittlerweile zudem hohe Geldstrafen verhängt
werden, wenn Schiffe unerlaubt in die Hoheitsgewässer fahren.

Immer wieder werden Rettungsschiffe mit geretteten Migranten auf
dem Mittelmeer blockiert, weil die nächstgelegenen Staaten wie Malta
und Italien ihnen ihre Häfen nicht zur Verfügung stellen wollen.
Zuletzt hatte in solchen Fällen die EU-Kommission vermittelt, um
aufnahmebereite Länder zu suchen. Allerdings sei noch immer keine
Anfrage zur Koordinierung bei der Brüsseler Behörde eingegangen, hieß

es dort am Donnerstag.

Der Präsident des Europaparlaments, David Maria Sassoli, schickte
indes einen dringenden Appell an Kommissionschef Jean-Claude Juncker,
in dem er darauf dringt, den Menschen an Bord schnell zu helfen. «Die
Situation ist ernst und erfordert unverzügliches Handeln», heißt es
in dem Brief.



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