Blockiertes Rettungsschiff «Open Arms» nimmt 39 weitere Migranten auf

10.08.2019 11:14

Rom (dpa) - Die Crew des seit einer Woche mit mehr als 100 Menschen
an Bord im Mittelmeer ausharrenden Rettungsschiffs «Open Arms» hat
abermals Dutzende Migranten aufgenommen. Zu den ursprünglich 121
Migranten auf dem Schiff seien noch einmal 39 hinzugekommen, die in
internationalen Gewässern geborgen worden seien, teilte die spanische
Hilfsorganisation Proactiva Open Arms am Samstagmorgen auf Twitter
mit. «Währenddessen warten wir immer noch auf einen sicheren Hafen
zum Einlaufen», schrieb NGO-Chef Oscar Camps. Zuletzt kreuzte die
«Open Arms» unweit der italienischen Insel Lampedusa - nach Angaben
von Amnesty International mit mehr als 30 Kindern und Babys an Bord.

Kurz nach der Rettung erklärte Camps, Malta wolle die 39 Geretteten
an Land bringen - die übrigen aber nicht. «Das hat zu einem
ernsthaften Sicherheitsproblem an Bord geführt. Das Ausmaß der
Beklemmung dieser Menschen ist unhaltbar», twitterte er. Die
maltesische Regierung teilte mit, Proactiva Open Arms weigere sich,
diese Lösung anzunehmen, und bestehe darauf, dass Malta auch die 121
zuvor Geretteten übernehme. Für diese fühlt sich Malta aber nicht
zuständig.

Italien und Malta verweigern Rettungsschiffen immer wieder die
Einfahrt in ihre Häfen und dringen darauf, dass andere EU-Staaten
vorab zusichern, alle anlandenden Migranten zu übernehmen - so auch
im Fall der «Open Arms». Auf einen festen Mechanismus zur Verteilung
von aus Seenot geretteten Menschen konnte sich die
Staatengemeinschaft bislang nicht einigen.

Zuletzt hatte in solchen Fällen die EU-Kommission vermittelt, um
aufnahmebereite Länder zu finden. Voraussetzung für eine
Koordinierung durch die EU-Kommission ist jedoch, dass ein EU-Staat
die Kommission darum bittet, zu deren Aufgaben dies eigentlich nicht
gehört. Bislang habe kein Land die Brüsseler Behörde dazu aufgerufen,

sagte eine Sprecherin am Freitag.



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