Wirtschaftsminister: Litauen hat von Euro-Einführung profitiert

11.08.2019 06:00

Vilnius (dpa) - Litauen hat nach Ansicht von Wirtschaftsminister
Virginijus Sinkevicius von der Einführung des Euro profitiert. Die
Übernahme der Gemeinschaftswährung, die der Baltenstaat im Nordosten
Europas als 19. und bislang letzter EU-Staat zu Jahresbeginn 2015
eingeführt hatte, habe «erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen»
gehabt, sagte Sinkevicius der Deutschen Presse-Agentur in Vilnius.

Im Zuge des Beitritts zum Euroraum sei die Bonitätsbewertung Litauens
durch Ratingagenturen erhöht worden, wodurch die Zinsen auf dem
Finanzmarkt für den Staat, die Bevölkerung und Unternehmen gesunken
seien. Auch seien Kosten für Währungsumrechnungen weggefallen und
grenzüberschreitende Zahlungen in Euro billiger geworden, sagte
Sinkevicius. Bestätigt wird er in seiner Einschätzung von Analysen
und Daten der litauischen Zentralbank.

Dennoch steht die EU-Währung bei der Bevölkerung des Ostseestaats,
der trotz wirtschaftlichen Aufschwungs weiter eines der ärmsten
Eurozone-Länder ist, nicht besonders hoch im Kurs. Ende 2018 fanden
in einer Eurobarometer-Umfrage nur 42 Prozent der befragten Bürger
den Euro gut, fast ebenso viele - 40 Prozent - hielten ihn für eine
schlechte Sache für ihr Land. Das ist die niedrigste Zustimmungsrate
im Euroraum. Die Befürwortung des Euro als EU-Währung hat zuletzt
aber zugenommen.



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