Angst vor den Flammen - Neue Waldbrände in Griechenland

13.08.2019 17:52

Mitten in der Urlaubssaison brennt es wieder in Griechenland, seit
Tagen brechen neue Feuer aus. Augenzeugen berichten aus Athens
Vororten von Asche, die wie Schneeflocken niedergeht.

Athen (dpa) - In Griechenland und auf der Mittelmeerinsel Zypern
halten Brände die Menschen seit Tagen in Atem. Nach wochenlanger
Dürre und bei starken Winden sind am Dienstag den dritten Tag in
Folge zahlreiche Waldbrände ausgebrochen. Am schlimmsten sei die Lage
auf der Insel Euböa, teilte die Feuerwehr mit. Dort brennt ein
riesiger dicht bewaldeter Pinienwald. Griechenland beantragte wegen
der Brände Hilfe von der EU. Dringend würden Löschflugzeuge
gebraucht, berichtete der staatliche Rundfunk (ERT). Der griechische
Regierungschef Kyriakos Mitsotakis unterbrach seinen Urlaub und
kehrte nach Athen zurück, wie sein Büro mitteilte. Am Abend wollte er
sich informieren lassen über die Lage. 

«Auf Euböa haben wir Flammen, die 20 bis 30 Meter hoch sind», sagte
der Sprecher der Feuerwehr, Vasileios Vathrakogiannis, im Rundfunk.
Ein Dorf nahe der Ortschaft Psachna musste evakuiert werden. «Wir
haben bislang keine Opfer oder Verletzte», fügte der Sprecher hinzu.
Wegen der starken Rauchbildung könnten Löschflugzeuge nur begrenzt
eingesetzt werden, hieß es.

Brände gab es auch auf der Touristeninsel Thassos sowie in
Westgriechenland und nahe Theben rund 90 Kilometer nördlich Athens.
Diese konnten aber am Dienstagnachmittag gelöscht oder unter
Kontrolle gebracht werden. Auch auf Zypern tobte in der Nacht zum
Dienstag ein Brand im Norden der bei Touristen beliebten Hafenstadt
Limassol. Am Wochenende hatte ein Großbrand weite Teile der
Touristeninsel Elafonissos verwüstet.

Die Auswirkungen der Brände spürten auch die Einwohner der
griechischen Hauptstadt und anderer Städte im Süden Griechenlands:
Die Winde trieben Rauchschwaden bis in das etwa 90 Kilometer von
Euböa und Theben entfernte Athen. Beißender Geruch verbrannten Holzes
machte den Menschen zu schaffen. In einigen Vororten ging «Asche wie
Schneeflocken nieder», sagten Augenzeugen im Rundfunk.

Ärzte rieten älteren Menschen und Einwohnern, die unter
Atemwegsproblemen leiden, zu Hause zu bleiben. Besser war am Dienstag
die Lage auf der Mittelmeerinsel Zypern. Dort konnten nach Angaben
der Regierung die Flammen im Gebiet nördlich der Hafenstadt Limassol
unter Kontrolle gebracht werden.

Die Angst vor den Flammen sitzt tief in der Seele der Menschen: Im
Juni 2018 waren bei schweren Waldbränden, die in ein dicht bewohntes
Feriengebiet nahe Athen eindrangen, mehr als 100 Menschen ums Leben
gekommen.

Auch in Bulgarien brachen Waldbrände aus, der Verkehr auf der
Autobahn nach Griechenland wurde wegen des starken Brandrauches in
Südwestbulgarien umgeleitet, wie das Staatsfernsehen in Sofia am
Dienstag berichtete. Feuerwehrmänner und freiwillige Helfer
versuchten, einen weiteren Brand entlang einer Fernstraße nach
Griechenland bei Dupniza zu begrenzen. Die Armee unterstützte die
Bemühungen der Feuerwehr, einen Brand auf 800 Hektar in Südbulgarien

zu löschen - die Hälfte der betroffenen Fläche ist mit Laubwald
bewachsen.

Starke Winde erschwerten einem Bericht des Fernsehsenders bTV zufolge
die Löscharbeiten. Es war zunächst unklar, was die Brände verursacht

hat. Menschen wurden dabei nach ersten Erkenntnissen nicht verletzt.



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