«Alan Kurdi» meldet neuen Selbstmordversuch eines Minderjährigen

08.09.2019 20:07

Rom (dpa) - Die Situation an Bord des deutschen Rettungsschiffes
«Alan Kurdi» wird immer dramatischer. Einer der acht Migranten, die
seit dem 31. August auf hoher See festsitzen, habe versucht, über
Bord zu springen, teilte der Sprecher des Regensburger Vereins
Sea-Eye, Gorden Isler, am Sonntag via Twitter mit. Der Vorfall wurde
als Selbstmordversuch beschrieben. Das Schiff liegt etwa 35 Kilometer
südlich von Malta und hatte bis Sonntagabend keine Erlaubnis, einen
sicheren Hafen anzusteuern. Der Einsatzleiter der «Alan Kurdi» warte
dringend auf eine Antwort der maltesischen Rettungsleitstelle.

In einer Meldung an die maltesischen Behörden hieß es, es handele
sich um einen 17-jährigen Tunesier mit Anzeichen von «Magersucht,
zunehmender geistiger Instabilität, Depression/Aggression». Vor ihm
soll bereits ein anderer Jugendlicher einen Selbstmordversuch
unternommen haben. Dieser und vier weitere Migranten durften
inzwischen in Malta an Land gehen. Das Rettungsschiff hatte am 31.
August 13 Menschen aus einem überladenen Holzboot geborgen, unter
ihnen acht Minderjährige.

Isler erklärte, Sea-Eye habe eine Petition bei einem maltesischen
Gericht eingereicht, in der Hoffnung, dass die Richter die
maltesischen Behörden zum Handeln zwingen. «Warum diese Gefahr, diese
Demütigung und dieses unnötige Leiden», so der Sprecher. Italien und

Malta haben in den letzten Monaten immer wieder Rettungsschiffe
abgewiesen.

Indessen nahm das Rettungsschiff «Ocean Viking» der
Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée vor der
Küste Libyens 50 Migranten auf, darunter zwölf Minderjährige und eine

schwangere Frau. Ihr Boot sei in internationalen Gewässern in Seenot
geraten, teilten die Betreiber mit. Die Rettung habe fast drei
Stunden gedauert.



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