Bachelet: Klimawandel größte Gefahr für Menschenrechte - Druck auf EU

09.09.2019 11:09

Genf (dpa) - Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle
Bachelet, hat den Klimawandel als größte Gefahr für die
Menschenrechte überhaupt bezeichnet. «Die Welt hat noch nie eine
Bedrohung der Menschenrechte von diesem Umfang erlebt», sagte
Bachelet am Montag vor dem Menschenrechtsrat in Genf. «Die
Volkswirtschaften aller Länder, die institutionellen, politischen,
sozialen und kulturellen Strukturen aller Staaten und die Rechte
aller Menschen - auch der künftigen Generationen - werden betroffen
sein.» Unter anderem forderte sie die Staaten auf, deutliche
Verpflichtungen zu beschließen. Außerdem betonte Bachelet, dass die
Zivilgesellschaft, indigene Völker und Verteidiger der Menschenrechte
in den Kampf gegen den Klimawandel eingebunden werden müssten.

Bachelet äußerte sich in ihrer Rede auch zu Krisen in
verschiedenen Ländern. Unter anderem hielt sie die EU und ihre
Mitgliedsstaaten dazu an, Such- und Rettungsoperationen im Mittelmeer
einzusetzen und die Arbeit der Nichtregierungsorganisationen bei der
Rettung von Flüchtlingen in Seenot zu unterstützen. «Alle Maßnahmen

in der Migrationspolitik sollten mit Respekt für die Menschenrechte
der Betroffenen eingeführt werden. Sie sind nicht anders und sie sind
nicht weniger wert (...) als Sie oder ich.»

Bachelet präsentierte zudem einen Bericht zur Lage im
krisengebeutelten Venezuela und betonte, dass sich die ökonomische
und soziale Situation deutlich verschlechtert habe. «Das
Mindestgehalt beträgt derzeit umgerechnet zwei Dollar pro Monat
(...), was bedeutet, dass eine Familie das 41-fache des
monatlichen Mindestgehalts verdienen muss, nur um die grundlegenden
Nahrungsmittel kaufen zu können», sagte Bachelet. Viele Venezolaner
würden daher das Land verlassen. Insgesamt gibt es laut den Vereinten
Nationen derzeit mehr als 4,3 Millionen venezolanische Flüchtlinge
und Migranten auf der Welt.

Der Menschenrechtsrat tagt in den kommenden drei Wochen in Genf. Der
Rat kommt drei Mal im Jahr zusammen und befasst sich unter anderem
mit Krisen in der Welt. Er hat 47 Mitgliedsländer, die für je drei
Jahre gewählt werden.



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