Frauenanteil von fast 50 Prozent in neuer EU-Kommission

09.09.2019 12:24

Brüssel (dpa) - Erstmals soll die Europäische Kommission fast zur
Hälfte mit Frauen besetzt sein. Die gewählte Präsidentin Ursula von
der Leyen schlug am Montag in Brüssel ein Team aus 13 Frauen -
einschließlich der Chefin selbst - und 14 Männern vor. Derzeit sind
es neun Frauen und 19 Männer.

Die EU-Kommission ähnelt einer Regierung mit verteilten Ressorts. Sie
schlägt europäische Gesetze vor und achtet auf deren Einhaltung.
Jedes der 27 bleibenden EU-Länder ist mit einer Person vertreten -
für Deutschland ist das von der Leyen, Großbritannien verzichtet
wegen des geplanten Brexits Ende Oktober. Planmäßig soll die
Kommission am 1. November starten.

Von der Leyen hatte eine gleichmäßig aus Männern und Frauen besetzte

Kommission versprochen - und ihr Vorschlag entspricht dem in etwa.
Das letzte Wort hat allerdings das Europaparlament, das in Anhörungen
noch einzelne Kommissare in Frage stellen könnte.

Vorbehalte bei Parlamentariern gibt es vor allem gegen die
Nominierten aus Ungarn, Polen und Rumänien. Der für Ungarn nominierte
ehemalige Justizminister Laszlo Trocsanyi steht in der Kritik, weil
er eine umstrittene und inzwischen gestoppte Justizreform mitgetragen
hat. Gegen den polnischen Kandidaten Janusz Wojciechowski ermittelt
die europäische Anti-Betrugs-Behörde Olaf wegen womöglich falscher
Reiseabrechnungen. Die von Rumänien nominierte Rovana Plumb sieht
sich Korruptionsvorwürfen ausgesetzt.

Wer welche Aufgabe in der neuen Kommission erhalten soll, will von
der Leyen am Dienstag in ihrer ersten großen Pressekonferenz in
Brüssel bekanntgeben. Nach den Anhörungen im Europaparlament wird das
Plenum über das gesamte Personalpaket abstimmen.



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